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Minigeschichten von den Philippinen
#21
Mal ehrlich: Du willst Deinen Hund dafür umbringen, dass er genau das getan hat, wofür Du ihn angeschafft hast?
Warum bringst Du nicht lieber den Trottel der Familie um, der den Hund nicht richtig weggesperrt hat?
Sorry, aber das verstehe ich nicht.
Ich bin kein Hundefan, aber in diesem Fall wurde vom Hund nur das Revier verteidigt, Deine Familie ist schuld.
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#22
(01-10-2021, 07:52)Speedy schrieb: Warum bringst Du nicht lieber den Trottel der Familie um, der den Hund nicht richtig weggesperrt hat?

Klar sind wir auch auf die Leute dort sauer. Angeblich hätte er sich selber befreit. Keine Ahnung

Zitat:Ich bin kein Hundefan, aber in diesem Fall wurde vom Hund nur das Revier verteidigt,

Das soll er auch, aber der Hund muss wissen, dass er nicht der Chef seines Rudels ist. Er darf zwar anschlagen, aber nicht beißen. Und in dem Fall hat er noch nicht mal den "Eindringling" angebellt, sondern einfach zugebissen. Ein Hund, der das einmal gemacht hat, wird es wieder tun. Was ist, wenn er ein Kind erwischt? Deshalb müssen wir uns leider von ihm trennen.

Ich weiß aber, was Du meinst und geb Dir insofern recht. Eigentlich ist der Hund unschuldig, denn wir sind nicht da und der Hund ist mit Sicherheit nicht erzogen worden. Das ist das Problem.

Besser, wenn man mit dem Hund trainiert, damit das Tier weiß, wie es reagieren soll, wenn Besuch kommt. Insoweit ist er sicher unschuldig und ich kann Hundefreunde verstehen, die sauer auf mich sind. Aber wir wollen kein weiteres Risiko eingehen.

Besser, man ist selber vor Ort und zieht sich den Hund selber auf.
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#23
Hallo Hardinero,
Deine Familie hat es wahrscheinlich so gemacht wie die meisten Pinoys, sperren den Hund in einen viel zu kleinen Kaefig und dort kommt er nie mehr raus, oder haengen in an eine Kette. Diese Hunde koennen sich kaum bewegen und wenn sie dann mal frei sind, wird sich gewundert warum der Hund agressiv ist.
Wir wissen ja alle wie die allermeisten Pinoys mit Tiere umgehen, obwohl die Gruppe der animal lover immer groesser wird, die sind aber meistens nur in Staedte anzutreffen.
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#24
(01-10-2021, 11:03)Hardinero schrieb: Besser, man ist selber vor Ort und zieht sich den Hund selber auf.
Eine kleine Geschichte, die nicht von den Philippinen ist. Ich hatte vor 10 Jahren eine Deutsche Dogge als Welpe gekauft. Ich bin mit ihm auf den Hundeplatz, wo er Kontakte zu anderen Hunden hatte, bin mit ihm auf Straßenfeste, damit er sich an Trubel und Lärm gewöhnt, habe ihm Kommandos wie Sitz, Platz, Fuß, Pfötchen, Peng (da musste er sich hinfallen lassen und tot stellen) beigebracht. Er durfte nichts fressen, bevor ich es erlaubt habe (Thema Giftköder im Freien). Es war der liebste Hund der Welt. Es gab nie Vorfälle. Wenn jemand klingelte oder er etwas hörte, war er sofort da und bellte. Bei dem Klang war beißen gar nicht nötig. Das hat er auch nie getan. Mit 8 Jahren dann Knochenkrebs, Ende.

Letztes Jahr wollte ich wieder einen und meine Frau und ich entschieden einen "gebrauchten", sprich Tierheim zu holen. Er war 5 Jahre alt und wurde schon das dritte mal abgegeben. Anfangs war er etwas ängstlich, gewöhnte sich aber schnell ein. Er hatte aber den ang auf jeden anderen Hund los zu gehen. Wir konnten also nie ohne Leine Gassi gehen (was bei meinem ersten problemlos möglich war). Und wenn er einen anderen Hund sah, zogt er los wie verrückt. Wenn so ein 80kg Vieh zieht, dann kostet es ganz schön Mühe den zurück zu halten. Deswegen war Gassi gehen unter der Woche tagsüber nicht möglich, denn ich war arbeiten und meine Frau mit ihren 50kg konnte ihn nicht halten. Aber soweit kein Problem. Eines Tages abends als er auf seinem Bett lag, gin meine Frau zum Schrank um etwas raus zu nehmen. Da ist er ohne Knurren oder andere Anzeichen (ich saß auf der Couch 2 Meter weg, hätte es also mitbekommen) hoch gefahren und hat sie ins Gesicht gebissen. Die halbe Oberlippe abgerissen, die Nase aufgerissen und ein paar andere Wunden. Krankenwagen gerufen und in der Zwischenzeit mich so gut es ging um meine Frau gekümmert. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir beide noch nicht, dass die halbe Lippe fehlt und wie die Nase aussieht. War zu viel Blut und außerdem ein Handtuch auf das Gesicht gepresst. Der Krankenwagen kam und hat sie erst mal voruntersucht. Dabei wurde dann besagtes festgestellt. Ich dann das Hundebett untersucht, ob ich die Lippe finden kann. Nichts. Schließlich sind sie dann gefahren. Da ich total mit den Nerven am Ende war, brauchte ich Beschäftigung und habe angefangen über all das Blut aufzuwischen. Nach ca 30 Minuten hab ich dann die Lippe gefunden und bin sofort ins Krankenhaus. Sie konnte wieder angenäht werden, hat aber immer noch kein Gefühl und alles (auch die Nase) ist vernarbt. Das ganze passierte am 3. Mai. Den Tag werde ich nie vergessen. Sie hatte dann regelmäßige Nachuntersuchungen. Nun ist erst mal Pause bis Dezember. Dann folgt wieder eine Untersuchung und dann wird entschieden, ob eine kosmetische OP in Frage kommt. Der Hund war dann noch ca. 6 Wochen bei uns. Ich habe es dann so gehalten, dass ich entweder meine Frau oder den Hund mitgenommen habe, wenn ich weg musste. Zum Glück hatte ich in der Zeit Home Office. Nach 6 Wochen fanden wir dann endlich jemanden, der Hundeerfahren war und ihn genommen hat.
Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn man einen Hund von Kleinauf selbst erzieht, weiß man, was man hat. Holt man einen der schon (mehrmals) abgegeben wurde, kann das zu Problemen führen. Zumindest, wenn es ein so großer ist. Ein kleiner Pinscher kann zwar auch Probleme machen, aber er ist wenigstens nicht in der Lage schwere Verletzungen zuzufügen.
Fazit: Nie wieder ein Hund aus dem Tierheim, nur noch als Welpe.
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#25
Meine Anteilnahme an Euch, Uri.
Ähnliches ist mir vor ganz vielen Jahren mal mit einer Katze passiert. Die ist auch grundlos auf meine damalige Freundin los, wir haben sie danach sofort einschläfern lassen.
Also, wenn Herrchen oder Frauchen angegangen werden, muss das Tier weg. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie schlimm diese sechs Wochen für Deine Frau gewesen sind.
Hoffentlich wird es wieder, nicht nur die äusseren Narben, ich drücke ganz fest die Daumen.
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#26
(01-10-2021, 11:03)Hardinero schrieb: ...aber der Hund muss wissen, dass er nicht der Chef seines Rudels ist. 

Absolut richtig, aber wenn ich das richtig verstanden habe war die Person nicht Teil der Familie, oder?

Bei einem Hund in der Familie ist das Wichtigste ueberhaupt ihm beizubringen, dass er ganz am Ende der Hirachie steht. Das muessen sie von klein auf lernen. Wenn wir mit unseren beiden das Haus verlassen, oder mit ihnen nach Hause kommen, zuerst die Menschen rein, oder raus, je nachdem, dann die Hunde. Beim Fressen das Gleiche. Wir haben anfangs regelmaessig und jetzt noch zwischendurch, immer so getan als haetten wir zuerst aus dem Napf gefressen und haben ihn dann an die Hunde gegeben. Wenn sie fressen lege ich zwischendurch mal meine Hand ueber das Futter um zu zeigen, dass wir das Vorrecht haben. Verstehen sie auch und setzen sich brav hin, bis sie wieder das Kommando bekommen weiterzufressen. Wenn es an der Tuer klingelt, wird mit Abstand gewartet bis einer von uns die Tuer geoeffnet hat.

Bernie hat es sehr gut beschrieben. 95% der Hunde hier werden in zu kleinen Boxen gehalten um kommen nur ganz selten bis gar nicht raus. Da wird dann morgens und abends die Scheixxe mit dem Schlauch weggespuelt und das war es dann. Hauptsache man kann sagen das man einen Hund hat. Diese Tiere sind null sozialisiert, haben haben absolut kein Rudelverhalten und sind ob klein, oder gross, tickende Zeitbomben.

Wie Uri es geschrieben hat, es ist zwar traurig, aber wahr, ein Hund, vor allem Aeltere aus dem Tierheim sind ein Risiko. Man weiss nicht wie sie erzogen wurden, oder was ihnen alles bisher widerfahren ist.

Tut mir echt leid, dass ihr solch ein Erlebnis hattet.
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#27
(01-10-2021, 14:57)Speedy schrieb: Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie schlimm diese sechs Wochen für Deine Frau gewesen sind.
Hoffentlich wird es wieder, nicht nur die äusseren Narben, ich drücke ganz fest die Daumen.
Danke. Aktuell ist sie noch immer in Psychologischer Behandlung. Ist ja nicht nur der Vorfall an sich, sondern auch das Aussehen, also die Narben im Gesicht. Das trifft sie besonders hart.
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#28
Das habe ich ihr ausgedruckt. Klingt vielleicht komisch, aber ihr hilft es.
"Drauf geschissen", sozusagen.

[Bild: https://mainview.de/forenbilder/paul_pinkel.jpg]
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#29
Mein Schwiegervater war Reisfarmer. Und natürlich mussten die Kinder mithelfen, wenn sie nicht in der Schule waren oder arbeiteten. So stand eines Tages nach der Reisernte auf dem Feld das Pflügen mit dem Wasserbüffel an. Mein Schwiegervater hatte anderes zu tun und so erhielt der älteste Bruder Pablo den Arbeitsauftrag. Allerdings brauchte er mehr Gewicht auf dem Pflug, damit der tiefer in die Erde ging. Also nahm er meine Frau, damals noch seine junge Schwester, die noch in die Schule ging mit. Sie sollte sich "als Gewicht" auf den Pflug setzen. Das klappte dann auch ganz gut.

Nach einiger Zeit wollte Pablo Pause machen und ging etwas zum Essen holen. Seine Schwester sollte beim Wasserbüffel bleiben und auf ihn aufpassen. Er hatte aber nicht die Rechnung mit meiner Frau gemacht. Kaum war er weg, hatte sie das große Bedürfnis, mal selber die Peitsche auszuprobieren und zog dem Wasserbüffel die Peitsche ein paar mal mit "Schmackes" über sein Hinterteil. Der war derart erschrocken, dass er mit Pflug und Mädel drauf durchging und in den nahen Dschungel raste.  Das tut weh ... Ihr gelang es noch gerade, abzuspringen und der Büffel verschwand in dem nahen Dickicht.

Da kam dann auch schon Pablo zurückgerannt. Oh je, was ist denn hier passiert? Meine Frau hat ihm dann gestanden, was sie gemacht hat und beide suchten den für die Familie damals kostbaren Wasserbüffel. In seiner Panik hätte sich das Tier durchaus totstürzen können. Aber gottseidank, da stand er inmitten von Sträuchern und vor allem unverletzt.

Also alles gut gegangen. Meinem Schwiegervater haben sie das Erlebnis aber wohl nicht gebeichtet. Zwinker2
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#30
Bei Emirates Airlines hatten Frau und Tochter auf dem Flug Richtung Philippinen zusammen 70 kg Freigepäck. Wie immer hat meine liebe Frau dabei auch das letzte Gramm ausgenutzt. Um dann nicht am Flughafen eine böse Überraschung zu erleben, hab ich pfiffigerweise eine Handwaage gekauft. Ein festes Band wird um den Koffergriff geschnallt und wenn man den Koffer mit der Waage anhebt, zeigt sie das Gewicht an. Das hat sich für meine Nerven gelohnt, denn am Flughafen gibt's keine Probleme mehr. Auch diesmal wurden die Koffer (3 Stück) mit insgesamt 70,5 kg durchgewunken.

In Manila hatte meine Frau einem Bruder ein paar Sachen mitgebracht. Dadurch waren die Koffer leichter geworden. Gut so, denn beim Inlandsflug mit Cebu Pacific Airlines konnte ich pro Person nur maximal 32 kg Gepäck buchen. Aber oh Schreck! Beim Einchecken im NAIA in Manila sollten die Koffer auf einmal 79 kg wiegen. Das tut weh ... Meine Frau: "Das kann nicht sein. In Deutschland haben die Koffer beim Check In 70 kg gewogen und jetzt ist weniger drin!" Darauf die Mitarbeiterin: "Ma'am, wir haben hier andere Waagen, als in Deutschland." Das ist nun aber peinlich / ironisch ... Geschockt Totumfall Groehl 

Letztlich hat dann meine Frau um lange Diskussionen zu vermeiden, für das angebliche Übergepäck 1500 Pesos mehr bezahlt. Ob die Waage fehlerhaft  war, ein Rechenfehler vorlag oder bewusst versucht wird, den Fluggästen Geld aus der Tasche zu ziehen, kann ich nicht sagen. Jedenfalls bin ich ganz froh, dass ich nicht dabei war. Zwinker2
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