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Minigeschichten von den Philippinen
Youtube und Facebook sind aber beim Daten sammeln, ausspionieren und auswerten auf gleicher Höhe. Vielleicht hat Google/Youtube wegen der Suchmaschine die Nase vorne.
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Vor ein paar Wochen waren ja die Barangay - Wahlen. Da ist in der Bevölkerung teilweise immer noch eine Verstimmung vorhanden, wenn jemand kandidiert hat, die Nachbarn aber einen anderen Kandidaten unterstützt haben und dieser dann auch noch die Wahl gewonnen hat. Tschüss

So wollten das Leute der daneben wohnenden Familie heimzahlen. Sie hatten nämlich bemerkt, dass in deren Haus auch mit anderen Personen, die nicht zur Familie gehören, darunter eine Lehrerin, um Geld Karten gespielt wurde. Wie mir meine Frau sagt, ist das auf den Philippinen wohl verboten. Also informierten die liebenswürdigen Nachbarn die örtliche Polizei, die dann zur Tat schritt, in das wohl offene Haus eintrat und die "Schwerverbrecher" in flagranti erwischte. Sie wurden festgenommen und sitzen nun im örtlichen Gefängnis ein, bis sie oder ihre Familie eine bestimmte Summe zur "Auslösung" bezahlt haben. Dort landen auch öfter Betrunkene, die etwas angestellt haben, zum Beispiel sich mit anderen geschlagen haben.

Die höchste Strafe für die Betroffenen, besonders die Lehrerin, ist, dass das sofort in Facebook die Runde gemacht hat.  Das tut weh ...

Ob das alles so Rechtens ist, weiß ich nicht. Keine Ahnung  Benötigt die Polizei auf den Philippinen keinen Durchsuchungsbefehl? Wir haben jedenfalls eine Mauer und ein hohes Gate. Da kommt niemand so ohne weiteres herein. Thumbsup
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Die Tage waren wir im Büro von Camella in Antipolo um uns mal wieder um unseren immer noch nicht vorhandenen Title für unser Haus zu kümmern. Das Büro liegt in der 1. Etage in einem Gebäude mit anderen Büros und Geschäften. Dort stand ein ernst und wichtig schauender Mann in Uniform, der uns nach unserem Begehr fragte. Ich war versucht, ihm zu sagen, dass ihn das garnichts anginge, aber meine Frau war schneller. Mit ernsthafter Miene notierte er das Anliegen, nahm den Zettel und führte uns zum Büro. Dort saß eingeschlossen hinter einer Glasscheibe die Mitarbeiterin. Sie öffnete und der uniformierte überreichte mit ernster Miene den Zettel bevor er verschwand.

Der Release unseres Titles wurde uns nun nach mehr als vier Jahren übrigens für Ende Februar versprochen. Als ich meine Frau später fragte, ob auch das Jahr schon feststünde, fand sie das gar nicht lustig….
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Ich habe auf den Title 5 Jahre gewartet, war ja auch bei Camella.
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Zwei Filipinas, die im Ausland arbeiten:

Eine ist im vergangenen Jahr von den Philippinen gekommen und arbeitet als Krankenschwester in unserem Krankenhaus in Deutschland. Meine Frau hat sie kennengelernt und sie hat uns besucht. Sie spricht gut deutsch, bat mich aber, langsam zu sprechen, was ich gut verstehen kann. Sie hat ein Zimmer mit einer Kollegin zusammen, was einschließlich Nebenkosten 600 Euro Miete kostet. Sie fühlt sich wohl in Deutschland, auch wegen sehr netten Kolleginnen und Kollegen und hat die Zusage, dass ihre Familie, also ihr philippinischer Mann und ihr Kind auch nach Deutschland kommen dürfen. Damit diese ein Visum bekommen, muss sie allerdings finanzielle Mittel, wohl einen fünfstelligen Betrag in Euro nachweisen und spart entsprechend.

Problem ist, dass unser Krankenhaus größtenteils geschlossen werden soll. Bevor die "Lauterbach - Reform" in Kraft tritt und greift, ist unser Haus und wahrscheinlich viele andere, besonders auf dem Land schon längst pleite. Die Pinay hat aber mittlerweile die Zusage, in ein anderes Krankenhaus überwechseln zu können. Gut für sie. Glücklich ist sie aber nicht, denn es bedeutet einen Umzug und Neuanfang. Und sie hofft, die Kolleginnen und Kollegen dort sind genau so angenehm wie hier.

Mit der zweiten Filipina hatte meine Frau telefonischen Kontakt, weil sie ihr noch Geld schuldet. Die Pinay wurde von einer Agentur als Maid nach Saudi - Arabien vermittelt. Dort stellte sich dann heraus, dass ihr Arbeitgeber eine arabische Großfamilie in einem mehrstöckigen Haus war, die sie als Maid rund um die Uhr betreuen sollte. Wenig Schlaf, sehr hoher Arbeitsdruck und sehr schlechte Arbeitsbedingungen führten dazu, dass sie krank wurde. Letztlich gelang es ihr, aus dem Haus zu der Agentur zu fliehen, die auch in Saudi Arabien präsent ist. Von dort aus, so hofft sie, wird es ihr möglich gemacht werden, wieder auf die Philippinen zurückzugehen. Sie ist nicht die Einzigste, die sich dort befindet. Es gibt wohl viele Fälle, wo die ausländischen Maids ausgebeutet werden. Das Vertrackte an der Situation ist wohl, dass es die Agentur verheimlicht. Wenn regelmäßig Mitarbeiter der Botschaft zu Besuch kommen, um zu kontrollieren, werden die Geflohenen versteckt. Man hat wohl Angst, die Lizenz zu verlieren, wenn die Fälle der geflohenen Pinays bekannt werden. Und die Agentur behandelt sie wohl auch nicht gut. Angeblich gibt es nur eine Mahlzeit am Tag zu essen und keine ärztliche Versorgung. Keine guten Aussichten.

Meine Frau hat ihr geraten, sich an einen Betreuer für die OFW's oder an die Botschaft zu wenden. Die Pinay hat aber Angst, dass ihr dann auch nicht geholfen wird und die Agentur dann sauer ist.

Falls ich was höre, werde ich berichten, was aus der Filipina geworden ist.
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(02-02-2024, 07:29)Hardinero schrieb: Falls ich was höre, werde ich berichten, was aus der Filipina geworden ist.

Inzwischen hat sie die Agentur an einen anderen Saudi-arabischen Arbeitgeber vermittelt, wo sie jetzt arbeitet.

Ende gut, alles gut? Hoffen wir's. Keine Ahnung
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